Pollença, Kultur und Traditionen
La Patrona
Das Fest der Patrona in Pollença ist eine bürgerlich-religiöse Feierlichkeit mit sehr altem Ursprung. Die Kanonen-Schüsse, die Raketen und das Läuten der Glocken leiten das Fest-Programm ein, das bis zum 2. August, Tag der "Mare de Deu dels Angels," mit einer Vielzahl von sozio-kulturellen Aktivitäten für jeden Geschmack (Spiele , Ausstellungen, Konzerte...) aufwartet.
Aber das wichtigste Ereignis des Festes ist die Schlacht der Mauren und Christen, die am 2. August (Tag des Schutzheiligen von Pollença) - um der Schlacht von Pollença gegen 1500 Mauren, angeführt durch den Piraten Dragut, die am 30. Mai 1550 stattfand - zu gedenken. In Pollença fand an diesem Tag der wichtigste Piratenangriff statt, den man jemals erlitt.
Die Schlacht wurde Dank der Hilfe von Joan Mas gewonnen; der auf die Strasse Calle Major ging, die Einwohner vor der Gefahr warnte und den heldenhaften Kampf gegen die Feinde anführte.
Die Nachstellung der Schlacht wurde gegen Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in das Festprogramm eingebunden. In Gedenken an die Pollençiner wird die historische Tat sehr lebendig nachgestellt, ein beeindruckender Festakt, an dem praktisch das ganze Dorf teilnimmt, die weiss gekleideten Christen und die bunten Piraten von Dragut. Die Schlacht wird morgens um 5 Uhr angekündigt, am 2. August, nach dem ersten Festakt, wenn die Kapelle die ‚Alborada‘, die Hymne spielt. Das ganze Dorf wartet ungeduldig auf diesen Moment.
Am gleichen Tag der Patrona, am 2. August um 11 Uhr, findet traditionsgemäss die Hauptmesse und der Volkstanz, der Tanz der ‚Cossiers‘ statt. Um 19 Uhr, nach der Prozession mit dem antiken Bildnis der Patrona, beginnt die Schlacht. Nach dem Ende des Kampfes gegen 21.30 Uhr, singen die Christen als Danksagung das ‚Te Deum‘ von Miquel Mossèn Tortell, sowie ‚Càntic dels Goigs‘ von Costa i Llobera. Das Fest endet immer mit einem spektakulären Feuerwerk.
Festival de Música
Das Musik-Festival von Pollença ist seit seiner Gründung durch den berühmten Violinisten Philip Newman im Jahr 1962 bei Musikliebhabern international bekannt. Jedes Jahr füllen eine Reihe von Konzerten zwei der Sommermonate an einem der schönsten Orte des Mittelmeeres: Pollensa, an der Nordspitze der schönen Insel Mallorca.
Die Konzertreihen haben in der Vergangenheit einige der renommiertesten Musiker der ganzen Welt hierher gebracht, von Pop, Jazz, traditioneller Musik, bis hin zur klassischen Musik, die das Festival charaktarisiert. Das mittelalterliche Kloster Santo Domingo und die weltberühmte Kulisse der Balearen, sowie das Klima bieten eine eindrucksvolle Umgebung für diese schöne und ebenso komplexe Musik.
Wenn Sie ein Liebhaber besonderes guter Musik sind, oder einfach nur ein fantastisches Erlebnis in Ihrem Urlaub haben möchten, dann beachten Sie bitte dieses Juwel des Mittelmeers.
Semana Santa
Die Karwoche ist die jährliche Feier, bei der die Christen des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu gedenken.
Obwohl das Fest ein durchweg religiöses Fest ist, erleben viele Besucher es auf sehr unterschiedliche Weise; vielleicht wegen des Beginns des schönen Wetters, oder wegen seiner Schönheit ...
Es ist eine Zeit mit unendlich vielen religiösen Zeremonien, die ihren Höhepunkt finden in den Prozessionen "la Sang" am Gründonnerstag und "el Davallement", bei der am Karfreitag die Christus Statue während der komplett stillen Prozession, beleuchtet durch Fackeln vom Kalvarien Berg hinunter ins Dorf geführt wird.
Les àguiles
Mit der Ankunft des Christus Körpers sieht man die Einwohner des ganzes Dorf mit seinen traditionellen Trachten oder in Fest-Kleidung, um dieser Feierlichkeit beizuwohnen; eine Tradition, die nur in dieser Gemeinde erhalten blieb.
Der Tanz der "Les Aguiles" besteht aus drei Figuren. Auf der einen Seite tanzt "Sant Joan Pelos", barfuß, mit einem einige Tage alten Lamm in einem Sack. In seiner rechten Hand hat er ein Kreuz und er bedeckt sein Gesicht mit einer Maske, das Symbol des Heiligen, den er symbolisiert.
Sant Joan Pelos wird bei dem Tanz von zwei jungen Mädchen, den Àguiles begleitet, die komplett weiss gekleidet sind. Um die Taille hängt ein gekrönter Adler aus Karton, an dem zahlreiche Bänder in verschiedenen Farben hängen, um den Bewegungen des Tanzes Ausdruck zu verleihen. Eine weitere Aufgabe, die Geduld erfordert, ist die die traditionelle Beschmückung mit Gold, an der viele Familien Pollenças sich beteiligen. Die Tänzer werden mit insgesamt 5 Kilo barocken Schmuckstücken und Gold behangen, jedes Band geduldig in verschiedenen Farben per Hand genäht, um später den Schmuck der verschiedenen Besitzer unterscheiden zu können.
Der letzte Gottesdienst findet nachmittags, nach 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Mare de Deu dels Angels statt. Der emotionalste Moment beginnt mit dem Tanz ‚de les taules‘ in den heiligen Räumen, dessen Bewegungen von Gitarren und Geigenklängen begleitet wird.
Anschließend machen die Àguiles und Sant Joan les Pelós den traditionellen Spaziergang durch die Straßen der Altstadt, die Christus-Statue begleitend, während die Freunde Joan Pelós – der barfuss geht – den Boden zu seinen Füssen säubern.
Das Fronleichnamsfest findet 60 Tage nach Ostersonntag statt. Der Brauch des Tanzes der Àguiles stammt aus Katalonien und Valencia und führt zurück bis ins Mittelalter, obwohl die Schriften in Pollença das achtzehnte Jahrhundert beurkunden
Sant Sebastià
Am 20. Januar, am Tag des Schutzheiligen San Sebastian, findet in Pollença die traditionelle Prozession “Els Cavallets i L’ estandar” statt.
Zwei junge Männer mit Pferden aus Karton tanzen bei der Prozession aus der Kirche durch die Gassen des Zentrums der Stadt. Begleitet werden sie von Begleitet von “L’estendar” von San Sebastian, der wie ein Römer gekleidet ist. Nach ihnen kommen zwei junge Trommler, gefolgt von "Les xeremies", die Reliquie und Freunde und Verwandte der Darsteller, die den Abschluss der Prozession bilden.
Zum Ende der Prozession, zurück an der Kirche, beginnt der traditionelle Tanz noch einmal, dieses Mal sehr viel schneller, um dann auszuruhen und den Tanz ein letztes Mal vor einem Feuer in der Mitte des Marktplatzes zu wiederholen.
Begleitet von den lauten Klängen der Trommeln gehen die Gemeindemitglieder an der Reliquie entlang.
Das Fest endet mit einer Stärkung, die durch die Protagonisten ans Volk verteilt wird.
Sant Antoni
Zwischen dem 16. und 17. Januar feiert man in Pollença das Fest des Schutzheiligen ‚Sant Antoni‘, welches lange gespannt erwartet wird wegen seiner Fülle an Traditionen, die an in diesen Tagen gelebt werden; seien es die typischen ‚espinagades‘, ‚cocas‘, Gemüsekuchen, oder ‚empanadas‘, die an diesen Tagen hergestellt werden, oder andere beliebteTraditionen, wie die der Pinie von Sant Antoni, nächtliche Feuerstellen, Teufel, sowie auch religiöse Traditionen...
In der Nacht vom 16. auf den 17. Januar ist die Stadt erleuchtet von den Feuerstellen, an denen die Einwohner zusammen kommen um gemeinsam zu essen und zu trinken, und alte Gesänge in der Gesellschaft von Freunden wieder aufleben zu lassen.
Am 17. Januar ist in Pollença der Protagonist der Festlichkeiten eine Pinie, "El Pi de Sant Antoni", eine ganz besondere und einzigartige Traditionen auf der Insel.
Mehr als 3.000 Menschen - sowohl aus Pollença, wie auch aus anderen Teilen der Insel - versammeln sich an der Plaza de la Almoina, um von dort aus zum Ternelles Tal zu gehen, wo bereits die Pinie wartet, die einige Tage zuvor geschlagen wurde. Es ist Tradition, dass man gemeinsam "pa amb oli amb arengades" ist und Wein trinkt, bevor die Pinie gemeinsam hinunter in Dorf getragen wird, wo sie dann an der ‚Plaza Vella‘ aufgestellt werden soll. An der Plaza Vella erwarten bereits Hunderte von Menschen das Eintreffen der Pinie und beobachten das Spektakel, wenn die Pinie mit Hilfe von Seilen und Flaschenzügen Stück für Stück aufgestellt wird. Danach wird die von ihren Ästen befreite Pinie mit Seife eingeschmiert und viele junge Menschen versuchen hochzuklettern, um an die Spitze zu gelangen. Dort wartet ein Korb mit einer Prämie als Anerkennung für die Leistung der Person, die es geschafft hat, dieses steile Hindernis zu überwinden.
